20.10.2026 | Berlin 7 °C leicht bewölkt | AQI 30 ziemlich gut
Hauptstadt Report
Politik

Blücherplatz in Kreuzberg wird in Eva-Mamlok-Platz umbenannt

Julian K. · 16. Oktober 2026, 06:20 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 16 Aufrufe
Blücherplatz in Kreuzberg wird in Eva-Mamlok-Platz umbenannt

Der Blücherplatz in Kreuzberg gehört nun der Vergangenheit an: Am 16. Oktober 2026 wird der Platz vor der Zentral- und Landesbibliothek in Eva-Mamlok-Platz umbenannt. Mit dieser Maßnahme soll der antifaschistische Widerstand der Berlinerin und ihr Netzwerk jüdischer Frauen gewürdigt werden, so eine offizielle Mitteilung.

Die Umbenennung erfolgt in Verbindung mit der Enthüllung eines Gedenkzeichens für Eva Mamlok, die 1918 geboren wurde. Nach der Zeremonie wird es eine Feier im Pop-up-Saal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) geben.

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Bündnis90/Die Grünen) äußerte: „Mit der Benennung des Platzes nach Eva Mamlok würdigt der Bezirk eine beeindruckende Frau. Der Eva-Mamlok-Platz macht den jüdischen und weiblichen Widerstand in unserem Bezirk sichtbar und gibt ihm einen festen Ort in unserer Erinnerungskultur.“

Eva Mamlok war eine engagierte Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus und wurde 1944 in Stutthof ermordet, nachdem sie deportiert und zur Zwangsarbeit gezwungen wurde. Herrmann erklärte weiter: „Das Andenken an Eva Mamlok ist Mahnung: Jüdisches Leben gehört zu unserem Bezirk. Gleichzeitig ist es ein Auftrag für die Gegenwart, konsequent gegen Antisemitismus einzutreten.“

Der Beschluss zur Umbenennung erfolgte bereits im Juni 2025 durch die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg. Der Blücherplatz, der nach Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt, benannt wurde, wird somit aufgegeben.

In der Begründung des Antrags zur Umbenennung hieß es, dass der Platz künftig nicht mehr den Namen eines Feldherrn der Befreiungskriege gegen Napoleon tragen soll, sondern eine bedeutende Persönlichkeit des weiblichen und jüdischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus geehrt wird. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine andere Akzentsetzung in der Straßen- und Platzbenennung angestrebt wird, die dem heutigen antinationalistischen und antifaschistischen Konsens entspricht.

Die bereits bestehende Blücherstraße, die sich über 1,5 Kilometer erstreckt, bleibt aufgrund ihrer prominenten Lage weiterhin im Bezirk vorhanden. Von der Umbenennung betroffen sind auch drei Häuser: die Amerika-Gedenkbibliothek, ein Gebäude mit einem Restaurant undOptiker sowie ein großes Einrichtungshaus.

Artikel teilen mit:

Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben