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Potsdam: Einzigartige Entschärfung von WWII-Munition geplant

Julian K. · 22. September 2026, 12:53 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Potsdam: Einzigartige Entschärfung von WWII-Munition geplant

In einem Waldgebiet nördlich von Groß Glienicke ist eine bedeutende Menge an Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die Auffindung erfolgte im Rahmen einer systematischen Munitionssuche, die im Zuge forstwirtschaftlicher Maßnahmen im Auftrag der Bundesimmobilienverwaltung stattfand, wie die Stadt Potsdam mitteilte.

Ein Teil der Kampfmittel konnte bereits gefahrlos abtransportiert werden, jedoch soll der verbleibende Teil kontrolliert gesprengt werden. Dieser Vorgang ist für Mittwoch, den 30. September 2026, durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) Brandenburg vorgesehen. Um den Fundort wird ein Sperrkreis mit einem Radius von 1500 Metern eingerichtet.

Diese Anordnung betrifft in erster Linie die etwa 700 Anwohner der Waldsiedlung Groß Glienicke, die den Sperrbereich am Tag der Sprengung bis 9.30 Uhr verlassen müssen. Auch die Preußenhalle, das Landesamt für Umwelt, eine Gemeinschaftsunterkunft sowie eine Einrichtung für Betreutes Wohnen liegen innerhalb des Sperrkreises.

Zusätzlich sind auch Teile des Stadtteils Gatow im Berliner Bezirk Spandau von den Maßnahmen betroffen, wodurch rund 150 weitere Menschen am 30. September ihre Wohnungen räumen müssen. Auch der Landschaftsfriedhof Gatow fällt unter die Sperrzone. In Dallgow-Döberitz im Landkreis Havelland wird hingegen nur ein landwirtschaftliches Gebiet gesperrt.

Während der Sprengung werden sowohl die Bundesstraße B2 als auch die Landesstraße L20 gesperrt, was den öffentlichen Nahverkehr beeinträchtigen wird. Betroffen sind die Buslinien 604 und 638, die an diesem Tag Umleitungen fahren müssen. Der letzte Bus der Linie 604 wird kurz nach 9.30 Uhr den Sperrkreis in Richtung Falkensee verlassen.

Erstmals arbeiten Berlin und Potsdam in diesem Zusammenhang zusammen. „Es ist das erste Mal, dass wir eine ordnungsbehördliche Lage nicht nur im Einvernehmen mit einem benachbarten Landkreis, sondern auch über die Landesgrenze nach Berlin hinaus planen und umsetzen“, erläuterte Kai Lange vom Ordnungsamt Potsdam, der die Einsatzleitung für das gesamte Vorhaben übernimmt.

Bezüglich der gefundenen Kampfmittel erläuterte Mike Schwitzke vom KMBD Brandenburg: „Die entdeckten Kampfmittel bestehen nicht nur aus Bomben, sondern auch aus Granaten und Handgranaten. Sie stammen größtenteils aus deutscher Produktion, aber auch von den Alliierten. Das militärhistorische Verständnis legt nah, dass die Kampfmittel vom Flugplatz Gatow stammten und im Sommer 1945 in das Waldgebiet gebracht wurden.“

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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