Bolt protestiert in Berlin gegen Mindestpreise mit Gratis-Döner
Der Fahrdienstvermittler Bolt führt am Donnerstag eine umfangreiche PR-Aktion in Berlin durch, um sich gegen die Bestrebungen der SPD und Linken zu wehren, Mindestpreise für Online-Anbieter wie Bolt und Uber einzuführen. Anders als beim Taxigewerbe gibt es für diese Plattformen derzeit keine tariflich festgelegten Mindestpreise.
Die Aktion beginnt um 12 Uhr am Standort „Kebab with Attitude“ in der Gipsstraße 2, 10119 Berlin, wo Bolt die ersten 1000 Döner kostenlos anbietet. Die Unternehmensführung von Bolt betont, dass die steigenden Preise für alltägliche Produkte, symbolisiert durch Döner, nicht weiter erhöht werden sollten. Christoph Hahn, Geschäftsführer von Bolt Deutschland, erklärte: „Umso wichtiger ist es, dass die Politik nicht zusätzlich dafür sorgt, dass Menschen für dieselbe Mobilitätsleistung mehr bezahlen müssen.“
Hahn äußerte zudem, dass die Mindestpreisregelung für Anbieter wie Bolt nicht der richtige Ansatz sei und appellierte an die Parteien, ihre Pläne zu überdenken. "Wir wünschen uns einen Diskurs darüber, wie Mobilität bezahlbarer, vielfältiger und verlässlicher gestaltet werden kann."
Eine interne Untersuchung von Bolt zeigt, dass die Einführung von Mindestpreisen in München zu einem Anstieg der Fahrtpreise um 40 Prozent führte, während die Nachfrage um 44 Prozent zurückging. In Köln stiegen die Preise um 22 Prozent, wobei die Nachfrage sogar um 49 Prozent sank. Diese Entwicklungen hatten negative Auswirkungen auf die Verdienstmöglichkeiten der Fahrer.
Hahn erläuterte weiter: „Wenn Menschen auf notwendige Fahrten verzichten, weil sie finanziell nicht mehr tragbar sind, ist das kein Erfolg moderner Verkehrspolitik.“ Fordern müssen wir stattdessen, Mobilität bezahlbar und zugänglich zu halten. Bolt verzeichnet in Berlin ein stetiges Wachstum, mit täglich mehreren Zehntausend Fahrten und einer großen Anzahl an aktiven Fahrern.
Tino Schopf, SPD-Abgeordneter und Mobilitätssprecher, kritisierte Bolts Aktion als unangemessen und störend. Seiner Meinung nach lenkt die Verteilung von kostenlosen Dönern von den schwierigen Arbeitsbedingungen der Fahrer im Mietwagensektor ab. „Bolt erhebt 30 Prozent Servicegebühr von Mietwagenunternehmen. Trotzdem gibt es nachweislich Probleme mit Schwarzarbeit und fehlenden Sozialabgaben im app-vermittelten Mietwagenmarkt“, erklärte Schopf. Um faire Bedingungen zu schaffen, unterstützt er die Einführung eines Mindestbeförderungsentgelts.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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