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Schülerproteste in Berlin: Polizei schützt Schüler vor Gewalt

Julian K. · 16. Oktober 2026, 12:10 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 15 Aufrufe
Schülerproteste in Berlin: Polizei schützt Schüler vor Gewalt

Am Freitag kam es an einem Gymnasium in Friedrichshain zu Auseinandersetzungen zwischen demonstrierenden Schülern und der Polizei. Rund 100 Jugendliche hatten laut Polizei gegen die Wehrpflicht protestiert und forderten mehr finanzielle Mittel für Bildung. Um ihre Aktionen zu verstärken, blockierten sie die Eingänge zum Andreas-Gymnasium.

Die Schule informierte gegen Morgen die Eltern und Schüler über die blockierten Zugänge. Der Unterricht solle stattfinden, sobald der Zugang wieder möglich sei. Lehrkräfte kümmerten sich um die wartenden Schüler. Gegen Mittag führte die Polizei mit einem großen Einsatz die Schüler, insbesondere aus der 5. und 6. Klasse, durch einen Nebeneingang zur nahegelegenen Blumen-Grundschule, wo sie bis zum regulären Unterrichtsende betreut wurden.

Laut Polizeiberichten waren etwa 30 Einsatzkräfte vor Ort, die zu Beginn der Proteste bedrängt wurden und daher gezwungen waren, körperliche Gewalt anzuwenden, um sich durchzusetzen. Zudem wurde eine 67-jährige Anwohnerin verletzt, als sie ihren Müll entsorgen wollte. Die Polizei nahm einen 17-Jährigen fest, der nicht zu den Schülern der Schule gehörte. Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung wurden eingeleitet.

Die Polizei steht in engem Kontakt mit der Schulleitung, die anmerkte, dass auch „schulfremde Personen“ am Protest teilnahmen. Einsatzkräfte baten alle Personen, die sich in der Baustelle in der Koppenstraße aufhielten, diesen Bereich zu verlassen, nachdem festgestellt wurde, dass einige versuchten, Material aus der Baustelle in die Versammlung zu bringen.

Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch äußerte sich kritisch zu den Protesten. Ihrer Meinung nach sind legitime Ausdrucksformen der Kritik und des Protests wichtig, jedoch sei es unzulässig, wenn externe Personen die Anliegen der Schüler für eigene Zwecke ausnutzen und den Zugang zur Schule blockieren. Sie unterstrich, dass friedlicher Protest zwar legitim sei, aber die Blockade einer Schule und die Behinderung des Unterrichts nicht tolerierbar seien.

Die Situation erinnert an die aktuellen Schulproteste in Frankreich, wo seit Ende September zahlreiche Schüler und Studenten für bessere Schulbedingungen auf die Straße gehen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte ebenfalls Besorgnis über die Geschehnisse. GdP-Landeschef Stephan Weh warnte davor, dass radikale Kräfte die Solidaritätskundgebungen in Deutschland instrumentalisieren könnten. Ankündigungen zu einer Demonstration um 15 Uhr am Kleistpark in Schöneberg, die von der Linksjugend organisiert wird, sind bereits auf Social Media verbreitet worden.

Die GdP betont, dass die Proteste auf keinen Fall von extremistischen oder radikalen Ansichten vereinnahmt werden dürfen. Es sei wichtig, dass Schüler, Lehrer, Eltern und alle demokratisch denkenden Menschen zusammenarbeiten, um dies zu verhindern. Die Botschaft bleibt klar: Die Stimme der Jugend für legitime Anliegen muss gehört werden, ohne dass extremistische Strömungen diesen Raum einnehmen.

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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