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Wichtige Entscheidungen in Krisenzeiten – so schützen Familien sich

Julian K. · 12. Oktober 2026, 14:26 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 15 Aufrufe
Wichtige Entscheidungen in Krisenzeiten – so schützen Familien sich

Wer hat das Sagen im Fall einer plötzlichen Krankheit eines Familienmitglieds? Was geschieht mit dem gemeinsamen Eigentum? Und wie können Familien angesichts emotionaler Belastungen rechtzeitig Formalitäten regeln? Diese Überlegungen beschäftigen viele Berliner Familien häufig erst in Krisensituationen. Ein Beispiel aus Pankow verdeutlicht dies: Holger K. (Name von der Redaktion geändert) besuchte zusammen mit seiner Frau das Beratungscenter der Berliner Volksbank, um eine Bankvollmacht für seine Frau zu beantragen. Im Verlauf des Gesprächs stellte sich heraus, dass er an einer schweren Krebserkrankung litt und sich große Sorgen um die Absicherung seiner Familie im Falle seines Todes machte. Daraus entwickelte sich ein umfassender Austausch über Vollmachten, Nachlassregelungen und die familiäre Situation. Holger K. entschloss sich, mit einem Notar wesentliche Vorkehrungen für seine Ehefrau und Tochter zu treffen.

Als Holger K. Sommer 2026 verstarb, stellte sich heraus, dass seine frühen Entscheidungen den Angehörigen viel Druck nahmen. Seine Familie musste sich nicht mit unklare Vollmachten oder Erbscheinverfahren auseinandersetzen. Er hatte ein Grundstück und ein Haus hinterlassen, die zuvor auf seine Frau und Tochter überschrieben worden waren, sodass ein Erbschein nicht erforderlich war.

Dieser Fall steht exemplarisch für ein Thema, das viele Familien betrifft: Fragen zu Erbschaft, Vollmachten und Nachlass werden oft erst in akuten Situationen thematisiert, was laut der Berliner Volksbank ein verbreitetes Problem darstellt. „In unseren Beratungscentern bemerken wir zunehmend, dass Fragen zu Erben und Vollmachten oft durch Krankheiten oder andere einschneidende Ereignisse angestoßen werden“, erklärt eine Banksprecherin.

Yvonne Ockert, Leiterin des Beratungscenters in Pankow, bringt einen weiteren wichtigen Punkt zur Sprache: „Viele Menschen sind nicht darüber informiert, dass ein Berliner Testament nicht nachträglich geändert werden kann.“ Oft stellen sich bei Kunden die Fragen nach etwaigen Vollmachten und sie sind sich der Bedeutung dieser Dokumente nicht bewusst. Das Thema wird in jeder Beratungssitzung adressiert.

Zusätzlich empfiehlt es sich, einen Notfallordner anzulegen, in dem die wichtigsten Dokumente gesammelt werden. Dazu zählen eine Patientenverfügung, die festlegt, welche medizinischen Maßnahmen im Falle einer Entscheidungsunfähigkeit des Patienten durchgeführt werden dürfen, sowie eine Vorsorgevollmacht, die regelt, wer den Betroffenen vertreten kann. Fehlende Vollmachten können dazu führen, dass Angehörige überlebenswichtige Entscheidungen nicht treffen können.

In einem Notfallordner sollte zudem auf ein existierendes Testament oder Erbregelungen hingewiesen werden. Eine Finanzübersicht ermöglicht es den Angehörigen, alle Konten, Versicherungen, Kredite und regelmäßigen Zahlungen zu überblicken. Auch eine medizinische Übersicht, in der Informationen zu Medikamenten, Allergien, bestehenden Erkrankungen und Arztkontakten enthalten sind, sollte nicht fehlen. In einem Abschnitt für Notfallkontakte und Handlungsanweisungen können festgelegt werden, wer kontaktiert werden sollte, wer sich um Kinder oder Haustiere kümmert und wie Originalunterlagen zu finden sind. Es ist wichtig zu beachten, dass ein Notfallordner keine Vollmachten oder Verfügungen ersetzen kann, die bestimmten Anforderungen entsprechen müssen.

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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