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Sorgen der Immobilienbranche vor der Berlin-Wahl 2026

Julian K. · 16. September 2026, 14:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit · 3 Aufrufe
Sorgen der Immobilienbranche vor der Berlin-Wahl 2026

Berliner Immobilienunternehmer äußern Bedenken in Bezug auf die aktuellen Wahlkampf-Diskussionen zur Wohnungsnot in der Hauptstadt. Laut einer Umfrage von Rueckerconsult sehen die Führungskräfte von verschiedenen Immobilienfirmen erhebliche Unsicherheiten auf ihre Branche zukommen. Besonders die Debatte über die Enteignung privater Wohnungsunternehmen wird als nachteilig empfunden.

Claudius Meyer, der Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft CR Investment, sagte dazu: "Eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände wird über Jahre erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Unsicherheit schaffen." Er weist darauf hin, dass Investoren sich bereits zunehmend aus dem Berliner Wohnungsmarkt zurückziehen und alternative Märkte bevorzugen. Meyer betont, dass die Stadt dringend privates Kapital benötigt, um den Wohnungsbestand zu modernisieren und neuen Wohnraum zu schaffen.

Meyer fordert, die Lösung der Wohnungsnot stärker in den Fokus zu rücken. "Wem die bestehenden Wohnungen am Ende gehören, ist für die Lösung der Wohnungsnot nicht entscheidend", stellt er klar. Vielmehr sollten die Anstrengungen darauf abzielen, dass endlich wieder signifikant mehr Wohnungen gebaut werden. Der auf Immobilienrecht spezialisierte Rechtsanwalt Uwe Bottermann, Partner der Kanzlei Bottermann Khorrami, sieht die Situation ähnlich. Er kritisiert, dass sich der Wahlkampf weniger auf den Wohnungsbau konzentriert und stattdessen Themen wie erschwingliche Mieten und Vergesellschaftung in den Vordergrund drängt.

Bottermann hebt jedoch einige positive Entwicklungen der letzten Jahre hervor. Der aktuelle Senat habe sowohl das Schneller-Bauen-Gesetz als auch das Gesetz für einfaches Bauen in kurzer Zeit verabschiedet. Doch nun scheine es mehr um "Mietenpolizei und Vergesellschaftung" zu gehen.

Simon Kempf, Geschäftsführer von Periskop Development, weist auf das Beispiel Ilsekiez hin, wo die Baupläne des Bezirks und des Senats über die Anzahl der Häuser, die von der landeseigenen Howoge errichtet werden sollen, in Konflikt stehen. Anfänglich waren elf Häuser mit insgesamt 237 Wohnungen vorgesehen, aber der Bezirk will nun nur noch zwei bauen lassen. Kempf warnt: "Wer angesichts des Wohnungsmangels konkrete Neubauvorhaben zurücknimmt, sendet ein fatales Signal an die vielen Wohnungssuchenden in Berlin – und zugleich an Investoren und die gesamte Bauwirtschaft."

Trotz dieser Herausforderungen sehen Entwickler weiterhin Investitionsmöglichkeiten in der Hauptstadt. Philip C. Hetzer, geschäftsführender Gesellschafter von Dahler Invest, stellt fest, dass die regulatorische Unsicherheit durch eine mögliche rot-grün-rote Koalition zwar steigen könnte, aber immer noch selektive Investitionschancen im Berliner Zinshausmarkt bestehen bleiben könnten.

Er verweist auch auf eine veränderte Stimmung in der Bevölkerung bezüglich der Enteignungen: Laut einer aktuellen Infratest-dimap-Umfrage unterstützen nur noch 37 Prozent der Befragten die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände, während 46 Prozent dies eher negativ sehen.

Sven-Christian Frank, Geschäftsführer von Aequitas Real Estate, merkt an, dass sich viele Bürger bewusst sind, dass durch Enteignungen keine neuen Wohnungen entstehen werden. Die aktuelle Diskussion habe wenig mit der Realität zu tun, da die großen Gesellschaften sich an die geltende Regulierung, wie den Mietspiegel, halten. "Wir werden einen deutlichen Unterschied zwischen dem Wahlkampf und der nach der Wahl umsetzbaren Politik sehen", berichtet er.

Eine Umfrage des VBKI zeigt, dass fast 45 Prozent der Berliner glauben, dass die Debatte um die Vergesellschaftung großer privater Wohnungsunternehmen das wirtschaftliche Ansehen Berlins beeinträchtigt. VBKI-Präsident Harald Christ betont, dass Berlin im Wettbewerb um Investitionen, Unternehmen und Fachkräfte steht und politische Unsicherheiten nicht ohne Folgen bleiben.

Die Umfrage ergab, dass 38 Prozent der Teilnehmer eine gezielte Unterstützung für Haushalte mit geringem Einkommen wünschen, während 31 Prozent den Neubau als wichtigstes Ziel der Wohnungspolitik angeben. Die Vergesellschaftung und das Überführen von Wohnungen in staatliches Eigentum scheinen nur für 16 Prozent der Befragten vorrangig zu sein.

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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