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Mann in Moabit aus Auto angeschossen – Zufallsopfer vor Polizei

Markus S. · 28. September 2026, 08:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 4 Aufrufe
Mann in Moabit aus Auto angeschossen – Zufallsopfer vor Polizei

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde ein 22-jähriger Mann in Moabit, Bezirk Mitte, durch einen Schuss verletzt. Laut der Berliner Polizei geschah der Vorfall kurz nach 2 Uhr in der Perleberger Straße, gegenüber des Abschnitts 27. Der Schuss wurde anscheinend aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug auf das Opfer abgegeben.

Die Einsatzkräfte der Polizei übernahmen umgehend die Erstversorgung des Mannes, der eine Schussverletzung am Bein erlitt. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er sich einer ersten Operation unterziehen musste. Berichten zufolge wird angenommen, dass der 22-Jährige als unbeteiligter Passant ein Zufallsopfer war.

Ursprünglich sollen die Schüsse einem 37-jährigen Mann gegolten haben, der den Polizeiabschnitt zu diesem Zeitpunkt verließ. Dieser Mann war zuvor im Zusammenhang mit einer Messerstecherei in der Torstraße vernommen worden, bei der ein 28-Jähriger am Sonntagabend verletzt wurde. Die Behörden ziehen daher in Betracht, dass es sich um einen fehlgeschlagenen Racheakt handeln könnte. Ein Polizist bestätigte, dass ein weiteres Geschoss in ein parkendes Auto eingeschlagen war.

Die Ermittlungen wurden von der Kriminalpolizei der Direktion 2 (West) übernommen, die den Tatort untersucht. Offizielle Informationen über die Hintergründe sowie die Identität des Täters oder der Insassen des Fahrzeugs wurden durch die Polizei vorerst nicht bereitgestellt. Es wird jedoch vermutet, dass ein Zusammenhang zur Clankriminalität bestehen könnte.

Stephan Weh, Landeschef der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP, äußerte sich besorgt über die Entwicklung und erklärte, dass es nichts Neues sei, dass auf den Straßen Berlins geschossen werde. "Aber dass hier jemand vor einem Polizeiabschnitt skrupellos niedergeschossen wird, zeigt eine besorgniserregende Dimension", sagte Weh. Er warnte davor, die Waffengewalt in Berlin zu unterschätzen und forderte mehr Investitionen in Personal und Technik sowie strengere Gesetze auf Bundesebene.

In den vergangenen Monaten hat die Schusswaffengewalt in Berlin zugenommen. Zuletzt fanden in sechs Bezirken umfangreiche Razzien statt, bei denen elf Wohnungen, mehrere Fahrzeuge und drei Gewerbeobjekte durchsucht wurden. Diese Maßnahmen standen im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Sondereinheiten "Ferrum" und "Telum", die sich auf den Einsatz von Schusswaffen in der organisierten Kriminalität konzentrieren.

Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch, was einem Anstieg von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allein im Jahr 2024 gab es bis Anfang August bereits mehr als 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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