Sicherheit am Bierpinsel: Absperrungen nach Gutachten erforderlich
Etwa einen Monat nach dem Vorfall am Bierpinsel in der Schildhornstraße, bei dem ein Teil der Fassade abgefallen war, wird der tatsächliche Zustand des berühmten Berliner Gebäudes offenbar. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat festgestellt, dass die Verkehrssicherheit in dem Bereich unter dem Bierpinsel nicht mehr gegeben ist.
Diese Einschätzung basiert auf einem Gutachten, welches der Bezirk in Auftrag gegeben hat, nachdem am 20. September Fassadenteile abfielen. Der Gutachter berichtete dem Bezirksamt, dass sämtliche Fassadenelemente nicht mehr sicher seien, wodurch die Gefahr für die darunterliegenden öffentlichen Flächen nicht ausgeschlossen werden kann.
Daher wird der Bereich unter dem Bierpinsel in einem Umkreis von etwa zwölf Metern vollständig abgesperrt. Diese Sperrungen betreffen sowohl Straßen als auch Geh- und Radwege. In einer offiziellen Mitteilung wird klarstellt, dass die „Sperrungen durch den Eigentümer umgehend umzusetzen“ sind. Die gesperrten Zonen umfassen unter anderem die Schloßstraße in Richtung Rathaus Steglitz sowie die Joachim-Tiburtius-Brücke und Teile der Schildhornstraße.
Bezirksstadtrat Patrick Steinhoff (CDU) äußerte: „Wenn Gutachter zu dem Schluss kommen, dass eine Fassade möglicherweise nicht mehr sicher ist, muss gehandelt werden. Deshalb bleibt uns keine andere Wahl, als eine Ausweitung der Absperrung zu verlangen.“ Der gesamte Vorplatz des Bierpinsels war nach dem Vorfall bereits am 20. September gesperrt worden.
Allerdings verweigern sich viele Fußgänger der Absperrung und benutzen weiterhin den Gehweg, während auch die Schloßstraße am Mittwochmittag für den Verkehr offen war.
Der Politiker forderte gleichzeitig den Eigentümer des Bierpinsels auf, aktiv zu werden: „Vom Eigentümer erwarten wir Lösungen zur Sicherung des Bauwerks und Maßnahmen, die die Freigabe der betroffenen Bereiche ermöglichen. Der Eigentümer ist in der Pflicht, das Gebäude zu sanieren und einer Nutzung zuzuführen.“
Am 20. September war es zu dem Vorfall gekommen, als sich Teile der Fassade in einer Höhe von 30 Metern lösten und herunterfielen, was ein Eingreifen der Feuerwehr über die üblichen Maßnahmen hinaus erforderte. Die Höhenrettung musste hinzugezogen werden, da die Sicherheitslage nicht anders zu beheben war.
- Flughafen BER plant Anpassungen für mehr Abendflüge
- Grünen-Politiker kritisiert Linke wegen Antisemitismus
Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!