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Proteste an der TU Berlin: Studenten fordern Veränderung

Markus S. · 21. Oktober 2026, 08:35 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Proteste an der TU Berlin: Studenten fordern Veränderung

Aaron Schilling und Friedrich Lauenstein haben viele Gründe, warum sie die Technische Universität Berlin schätzen. Sie sprechen von tollen Menschen, hervorragenden Professoren und einem lebendigen studentischen Leben auf dem Campus. Doch ihre Kritik an der Situation an der Universität ist ebenso umfangreich: Zu viele Gebäude sind geschlossen, die Einrichtungen sind oftmals marode und es mangelt an finanziellen Mitteln für Investitionen. Während in Frankreich massenhaft junge Menschen wegen der schlechten Zustände in Bildungseinrichtungen protestieren, könnte auch an der TU ein ähnliches Szenario bevorstehen.

Lauenstein, der kurz vor dem Abschluss seiner Masterarbeit steht und als studentischer Berater tätig ist, meint: "Frankreich ist ein großes Vorbild. Wir vernetzen uns gerade mit verschiedenen Leuten." Insbesondere der Wehrdienst interessiert viele der Kommilitonen. Politische Veranstaltungen an der TU erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Für den 31. Oktober ruft die Initiative "Gen Z steht auf" in mehreren deutschen Städten zu Protesten auf, darunter auch vor dem Brandenburger Tor. Die Themen reichen von Bildung über bezahlbares Wohnen bis hin zur Ablehnung der Wehrpflicht. Akram Selo, einer der Mitinitiatoren, betont: "Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt. Es geht um eine friedliche Demonstration." Die Polizei in Berlin hat bereits von einer "Großdemolage" gesprochen, auf die sich die Sicherheitsbehörden vorbereiten.

Zudem wird am Mittwochnachmittag ein bundesweites Vernetzungstreffen vom Berliner Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband abgehalten, das unter dem Titel "In Frankreich geht's steil! Was können wir jetzt tun?" steht. Schilling und Lauenstein äußern sich zur aktuellen Lage an ihrer Hochschule. Schilling, der Elektrotechnik im Master studiert, sagt: "Wir hatten mit Ach und Krach einen guten Semesterstart." Das Hauptgebäude der TU mit einigen großen Hörsälen bleibt weiterhin geschlossen, auch ein weiteres wichtiges Gebäude ist kaum nutzbar.

Laut einer Mitteilung des Präsidiums gab es in mehreren Gebäuden, wie dem Mathematikgebäude, Probleme mit der Notstromversorgung, was zur vorübergehenden Schließung von vier Gebäuden führte. Trotz dieser Schwierigkeiten sicherte die Uni-Leitung zu, dass für alle rund 4.000 Lehrveranstaltungen ein Raum zur Verfügung stehen würde, was anscheinend funktioniert. Die Hörsäle sind mittlerweile stärker belegt, und teilweise finden laufend Vorlesungen ohne Unterbrechung statt.

Weitere Maßnahmen beinhalten eine intensivere Nutzung der Räumlichkeiten in anderen Gebäuden und die Durchführung von Seminaren in Randzeiten. Jedoch warnt Schilling: "Es muss nur wieder ein Gebäude ausfallen, und das gesamte System könnte schnell zusammenbrechen." An der TU und anderen Hochschulen in Berlin bleibt ein erheblicher Sanierungsstau bestehen, und viele Gebäude müssen schließen, weil sie baufällig sind.

Die Wissenschaftsverwaltung veröffentlichte kürzlich Zahlen zu den landeseigenen Hochschulgebäuden, die ein eindrückliches Bild des Zustands zeigen. An der Technischen Universität sind 14 Gebäude betroffen, was etwa 22 Prozent der Hochschulfläche ausmacht. Der Gesamtfinanzierungsbedarf für die Sanierung beläuft sich für alle staatlichen Hochschulen in Berlin auf ca. 8,2 Milliarden Euro, für die TU allein auf 2,4 Milliarden Euro.

Lauenstein fordert sowohl vom Bund als auch von Berlin umfassende Investitionen zur Behebung des Problems. Insbesondere ärgert ihn der Umstand, dass für militärische Aufrüstung Geld bereitgestellt werden soll, während im Bildungssektor gespart wird. "Die Bildung ist die Basis unseres Wohlstands, wir haben keine großen Ressourcen mehr", erklärt Schilling, während sich die junge Generation dazu gezwungen sieht, sich möglicherweise dem Militär zu verpflichten.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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