Hauptstadt Report
Politik

Hackerangriff auf Berlins Verkehr- und Bausenat: Details und Folgen

Markus S. · 19. August 2026, 16:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Hackerangriff auf Berlins Verkehr- und Bausenat: Details und Folgen

Am Freitag wurde Berlin Ziel eines Hackerangriffs, der erhebliche Probleme für den Verkehr- und Bausenat zur Folge hatte. Eine Wahlwebseite konnte nicht genutzt werden und die Auszahlung von Wohngeld wurde unterbrochen. Der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner, gab am Mittwoch in einer Pressekonferenz erste Informationen zu dem Vorfall bekannt und bestätigte, dass das Landesnetz angegriffen wurde. Wegner betonte: „Berlin wurde angegriffen“. Betroffene Daten seien Geodaten aus dem Bausenat, die jedoch auf andere Weise zugänglich sind. Weitere sensible Daten blieben unberührt.

Die Senatsverwaltungen für Bau und Verkehr sind derzeit vom Landesnetz getrennt, um möglichen weiteren Schäden vorzubeugen. E-Mails und das Internet sind für die Mitarbeiter dieser Behörden nicht verfügbar, dennoch bleiben sie telefonisch erreichbar und weiterhin arbeitsfähig. Unklar ist, woher der Angriff kam, das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen.

Wegner versicherte, dass an einer schnellen Lösung für die keine Auszahlung von Wohngeld gearbeitet wird, es aber noch einige Tage dauern könnte, bis die beiden Senatsverwaltungen wieder mit dem Landesnetz verbunden sind. Auch die Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hob hervor, dass die Reaktion auf den Angriff zügig erfolgte. Die Webseite zur Beantragung eines Briefwahl-Wahlscheins sei seit Mittwochmorgen, 3.49 Uhr, wieder erreichbar und es seien bis zu diesem Zeitpunkt über 31.000 Anträge eingegangen.

Der Chief Digital Officer Florian Hauer bezeichnete den Angriff als „erheblich“, betonte jedoch, dass er frühzeitig erkannt wurde, da ein Mitarbeiter vorgebeugt hatte. Ein Notfallstab wurde seit Montag eingerichtet und arbeitet an der Analyse der Vorfälle. Aktuell gibt es keine Hinweise auf weitergehende Datenabflüsse oder Manipulationen.

Insgesamt gab es in diesem Monat rund 1,2 Millionen Hackerangriffe auf das Landesnetz, doch der Angreifer hinterließ keinen sichtbaren Schaden. Olaf Kroll-Peters, der Landesbevollmächtigte für Informationssicherheit, stellte klar, dass der Angriff während einer Überprüfung bemerkt wurde und dass der Fokus nun auf Sicherheitsmaßnahmen liegt, um die getrennten Behörden wieder ans Netz anzuschließen. Währenddessen sind die betroffenen Verwaltungen arbeitsfähig und haben ihre Tätigkeiten in die Senatskanzlei von Wegner verlagert.

Artikel teilen mit:

Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben