Polizei-Sondereinheit "Ferrum" bleibt aktiv gegen Schusswaffengewalt in Berlin
Nahezu ein Jahr nach der Einrichtung der Sondereinheit „Ferrum“ setzt die Polizei in Berlin ihre Bemühungen fort, der fortdauernden Schusswaffengewalt entgegenzuwirken. Wie eine Polizeisprecherin erklärte, wird die Einheit „bis auf Weiteres“ bestehen bleiben, nachdem der „Tagesspiegel“ darüber berichtete.
Ursprünglich war die am 13. November 2025 gegründete Einheit, deren Name auf das lateinische Wort für „Eisen“ zurückgeht, lediglich als temporäre Maßnahme gedacht. Angesichts der besorgniserregenden Anzahl an Waffengewaltfällen in der Hauptstadt gilt „Ferrum“ jedoch als unverzichtbar. Aktuell besteht die Einheit aus rund 110 Polizisten, bei Einsatzmaßnahmen werden zusätzliche Kräfte hinzugezogen.
Seit ihrem Bestehen haben die Beamten laut eigenen Angaben über 720 Ermittlungsverfahren eingeleitet (Stand: 23. Oktober). Darunter befassen sich 483 Fälle direkt oder indirekt mit Schusswaffengewalt. Bislang mussten nahezu 290 Personen in diesem Zusammenhang verhaftet werden, während über 5200 Personen vorübergehend festgehalten wurden. Zudem wurden bisher 80 Haftbefehle erlassen, und 51 Verdächtige befinden sich in Untersuchungshaft.
Die Polizei berichtete auch von mehr als 300 Durchsuchungen sowie der Kontrolle von 4120 Fahrzeugen und 886 Lokalen. Im Zuge dieser Aktionen wurden 73 scharfe Schusswaffen und rund 3400 Schuss Munition sichergestellt.
„Die bisherigen Untersuchungen haben dazu beigetragen, kriminelle Strukturen zu erhellen und Tatverdächtige zu identifizieren“, äußerte die Polizei. Darüber hinaus sei es gelungen, den Druck auf die involvierten Akteure erheblich zu erhöhen. Ein zentraler Fokus der Aktivitäten von „Ferrum“ liegt auf der Bekämpfung von Erpressungen.
Die Ermittlungsgruppe „Telum“ der Staatsanwaltschaft Berlin, benannt nach dem lateinischen Wort für „Angriffswaffe“, koordiniert die Verfahren gegen die organisierte Kriminalität, die als Reaktion auf das Wirken der Polizei gegründet wurde.
Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den letzten Jahren stark verschärft. Im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Polizei 585 Vorfälle mit Schusswaffeneinsatz, darunter 324 Bedrohungen und 261 Schussabgaben. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch gezählt, was einem Anstieg von 68 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.
- Elif Eralp und die Bedrohung durch Hamas-Sympathisanten
- Eralp weicht nicht zurück: „Ich lasse mich nicht einschüchtern“
Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!