Hackerangriffe auf Berliner Landesnetz - Krisenstab aktiv
Seit dem Ende der vergangenen Woche sieht sich das besonders geschützte Berliner Landesnetz einem Hackerangriff gegenüber. Die betroffenen Stellen sind die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz. Beide Verwaltungen verwalten ihren Teil des Landesnetzes selbstständig.
Am Freitag wurde bekannt gegeben, dass beide Verwaltungen vom Landesnetz isoliert wurden. Um die Situation zu bewältigen, wurde ein Krisenstab eingerichtet. Laut Informationen des "Tagesspiegel" besteht die Möglichkeit, dass Daten abflossen. Weitere Verwaltungsstellen könnten ebenfalls Ziel von Cyberkriminellen geworden sein.
Die Angriffe auf die Berliner Verwaltung sind nicht neu. Bereits Ende April des letzten Jahres war das Portal berlin.de ein Ziel von Hackern. Damals waren alle Bereiche von berlin.de sowie das Serviceportal service.berlin.de betroffen. Laut der Senatskanzlei handelte es sich um einen komplexen Überlastungsangriff, bei dem durch eine hohe Anzahl von Zugriffen die Server überlastet wurden. Experten bezeichneten dies als Distributed Denial of Service (DDoS). Diese Attacke hatte auch Konsequenzen für die Berliner Polizei; viele Pressemitteilungen und Daten der polizeilichen Kriminalstatistik konnten zeitweilig nicht abgerufen werden.
Bereits Anfang April 2023 war ein ähnlicher Cyberangriff verzeichnet worden, der ebenso berlin.de betraf. Die Identität der Angreifer konnte bisher nie eindeutig geklärt werden.
Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) berichtete zudem, dass Anfang 2025 eine dreifache Zunahme unautorisierter Zugriffsversuche auf das Berliner Landesnetz verzeichnet wurde. 2024 wurde ein Rekord von 19 Millionen unautorisierten Zugriffsversuchen erreicht. Sicherheitsexperten warnen vor Bedrohungen durch organisierte Kriminalität und ausländische Akteure. Dominik Mutter, der Beauftragte für Sicherheitspolitik im Auswärtigen Amt, erklärte bei der Handelsblatt-Konferenz für Sicherheit und Verteidigung 2025 in Berlin, dass deutsche Einrichtungen eindeutig Ziele russischer Angriffe seien. Oft bleibt jedoch unklar, wer hinter den Angriffen steckt und welche Absichten verfolgt werden. Die Täter verwenden verschiedene Techniken, um ihre Identität zu verschleiern, indem sie beispielsweise Server an anderen Orten weltweit nutzen, um ihre Attacken zu starten.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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