Berlin-Wahl 2026: Erst- und Zweitstimme verstehen
Bei der Abstimmung zum Abgeordnetenhaus in Berlin müssen Wähler heute sowohl ihre Erst- als auch ihre Zweitstimme abgeben. Doch was entscheidet wofür? Und wie unterscheiden sich die beiden Stimmen genau?
Ein bedeutendes Novum wartet auf die Wähler bei der Berlin-Wahl 2026: Erstmals gibt es nur einen einzigen Stimmzettel für die Abgeordnetenhauswahl. In den vorherigen Wahlen wurden noch separate Stimmzettel für die Erst- und Zweitstimme verwendet. Die neuen Stimmzettel orientieren sich stark am Format der Bundestagswahl.
Die erste Stimme hat das Ziel, einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus einem der 78 Wahlkreise direkt in das Berliner Landesparlament zu wählen. Dabei dürfen auch parteilose Bewerber antreten. Der Kandidat, der in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen erzielt, erhält ein Direktmandat und zieht direkt ins Abgeordnetenhaus ein. Alle anderen Kandidaten haben in diesem Fall keine Chance auf einen Sitz.
Die entscheidendere Stimme für die Wahlergebnisse ist jedoch die Zweitstimme. Sie wird dazu verwendet, eine Partei zu wählen. Die Zweitstimme spielt eine zentrale Rolle bei der Mehrheitsverteilung im Abgeordnetenhaus: Je mehr Zweitstimmen eine Partei erhält, desto größer ist ihre Präsenz im Parlament. Mit dieser Stimme wählen die Bürger nicht konkret eine Person, sondern entscheiden sich für eine Partei, die dann aufgrund ihrer Landesliste Kandidaten nominieren kann.
Gemäß der Bundeszentrale für politische Bildung dürfen nur Parteien Bezirks- oder Landeslisten einreichen. Dabei müssen diese Listen mindestens zwei Bewerber umfassen, und die Reihenfolge der Kandidaten muss klar erkennbar sein. Zudem darf jeder Kandidat nur auf einer Bezirksliste aufgestellt werden, und eine Partei kann nur eine Landes- oder eine Bezirksliste pro Wahlkreis einreichen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sperrklausel, die für die Wahl entscheidend ist: Eine Partei, die weniger als fünf Prozent der Zweitstimmen erreicht, erhält keinen Sitz im Abgeordnetenhaus. Diese Regelung wird als 5-Prozent-Hürde bezeichnet. Eine solche Partei wird außerdem nur dann bei der Sitzverteilung berücksichtigt, wenn sie mindestens einen Kandidaten hat, der ein Direktmandat gewonnen hat.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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