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Berlins Wohnungsgesellschaften kündigen Mietsteigerungen an

Julian K. · 30. September 2026, 09:35 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 3 Aufrufe
Berlins Wohnungsgesellschaften kündigen Mietsteigerungen an

In diesen Tagen erreichen etwa 90.000 Haushalte in Berlin unwillkommene Nachrichten von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften: Ihre Mieten werden angehoben. Laut dem Sprecher der sieben landeseigenen Unternehmen, Ingo Malter, liegen die Erhöhungen im Durchschnitt zwischen 15 und 30 Euro pro Haushalt.

Die Mieterhöhungen variieren je nach Wohnungstyp und -größe und können von einigen Cent bis zu über 100 Euro für größere Wohnungen mit mehr als 100 Quadratmetern reichen. Malter versicherte, dass alle festgelegten Obergrenzen einhalten würden.

Zu den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zählen unter anderem berlinovo, Degewo, Howoge, Gewobag, Stadt und Land, WBM sowie Gesobau. Die Linke zeigte sich bereits im Vorfeld empört über diese Entwicklungen. Die Partei hat sich einen Mietendeckel für die landeseigenen Unternehmen als Ziel gesetzt, welches Elif Eralp, die potenzielle neue Regierende Bürgermeisterin, umsetzen möchte. Niklas Schenker, mietenpolitischer Sprecher der Linksfraktion, äußerte: "Offensichtlich haben die Landesunternehmen nur den Wahlkampf abgewartet, um nun noch schnell Tatsachen schaffen zu wollen." Er forderte den Senat auf, unverzüglich einzugreifen und die Mietsteigerungen zu stoppen.

Malter erklärte, dass das Timing der Bekanntgaben nicht mit der bevorstehenden Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus zusammenhängt. Er verwies stattdessen auf die stark gestiegenen Bau- und Instandhaltungskosten der letzten Jahre, die zwischen 2016 und 2025 um mehr als 93 Prozent zugenommen haben. Gleichzeitig seien die Mieten bei den landeseigenen Unternehmen nur um etwa 22 Prozent gestiegen und würden derzeit zwischen 7,25 Euro und 7,55 Euro netto kalt pro Quadratmeter liegen.

Kritik kam auch vom Berliner Mieterverein, wo bereits erste betroffene Mieter sich meldeten. Wibke Werner, die Geschäftsführerin, merkte an, dass häufig Mietsteigerungen auf neue Mietspiegel folgten. Die landeseigenen Gesellschaften scheinen vor möglichen Koalitionsverhandlungen ihre Gelegenheit nutzen zu wollen. Parallel haben auch private Vermieter wie Vonovia zahlreiche Mieterhöhungen angekündigt, von denen viele als unbegründet angesehen werden.

Laut ersten Einschätzungen der Mieterschützer sind die Mieterhöhungen jedoch größtenteils rechtlich zulässig und liegen im Rahmen der Vorgaben der bisherige schwarz-roten Koalition, die Erhöhungen von maximal elf Prozent innerhalb von drei Jahren erlaubt. Der Mieterverein berichtete von einer elfprozentigen Erhöhung in einem Objekt der Degewo am Halleschen Ufer. Ein konkreter Fall betrifft eine 50-Quadratmeter-Wohnung in Lichtenberg, wo die Howoge die Miete von 7,14 Euro pro Quadratmeter netto kalt auf 7,94 Euro anhebt, was einer Erhöhung von 480 Euro pro Jahr entspricht. Diese Erhöhungen sind notwendig, um die umfangreichen Verpflichtungen für Sanierungen und Neubauten zu erfüllen.

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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